Optische Astronomie

Sterne und Planeten haben die Menschen schon immer fasziniert. Während für die ersten Beobachtungen nur das bloße Auge verwendet wurde, gibt es heutzutage Teleskope, die Objekte detektieren können, die mehrere Milliarden Lichjahre entfernt sind. Inzwischen werden zwar auch andere Informationen zur Untersuchung von Himmelskörper verwendet, aber die Auswertung des Lichts, das sie aussenden oder reflektieren, ist immer noch der größte Teil der Astronomie.

Historie

Ursprünglich waren die optischen Teleskope und ihre Ausrüstung, die nun der Sternwarte Hermannsburg zur Verfügung stehen, Bestandteile der 1986 in Langwedel (Kreis Verden) errichteten Sternwarte auf dem Dach der dortigen Haupt- und Realschule (heute: Oberschule Langwedel). Sie wurde von Heinz Struckmann (verst.) gegründet und umfasste im letzten Ausbauabschnitt vier Beobachtungsgebäude aus Holz mit abrollbaren Dächern, die ein freies Blickfeld über den gesamtem Himmel ermöglichten. Alle Instrumente standen auf computergesteuerten Präzisionsmontierungen und wurden im Laufe der Jahre immer weiter modernisiert. Obwohl die Sternwarte privat errichtet wurde, konnte sie in Zusammenarbeit mit den Zeiss-Werken Jena, der Universität Bremen und dem Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (ehm. "MPI für Aeronomie") wissenschaftliche Beiträge leisten, so z.B. zu der Spektralanalyse der Atmosphäre des Saturnmondes Titan. Darüber hinaus wurden öffentliche Beobachtungs- und Vortragsabende, Arbeit mit Schülerarbeitsgemeinschaften und Amateurastronomentreffen initiiert.

Der in den kommenden Jahren geplante Neubau der Schule sowie der Wohnortwechsel des Verantwortlichen in die Gemeinde Südheide erzwangen eine Verlegung aller Beobachtungsstationen an andere Standorte. Für die dritte Station (eigenes Instrumentarium), die in der nebenstehenden Abbildung zu sehen ist, sollte es ein möglichst breites Nutzungsangebot an Öffentlichkeit und Bildungsträger über die rein privaten Beobachtungsschwerpunkte hinaus geben. Eine spontane Kontaktaufnahme mit dem Bürgermeister der Gemeinde Südheide führte zu dem kooperativen Projekt, das unter Einbeziehung des Radioteleskops des Christian-Gymnasiums Hermannsburg in der „Sternwarte Südheide“ mit Gründung des gleichnamigen Vereins seine Verwirklichung findet.

Umzug in die Sternwarte

Für den Umzug nach Hermannsburg musste das Schutzgebäude des Teleskops vollständig neu errichtet werden. Auch hier ist das Dach beweglich auf Rollen gelagert, sodass es von einer einzelnen Person zur Seite geschoben werden kann. So hat das Teleskop einen ungehinderten Blick auf den Himmel Heide-Himmel. Am 25. März 2017, dem Astronomie-Tag, konnte der Verein dann das "first light" - die erste astronomische Beobachtung - mit dem optischen Teleskop am neuen Standort feiern.

Die Ausstattung

Hauptinstrument ist ein Newtonreflektor mit einem Spiegeldurchmesser von 405 mm und einer Brennweite von 1750 mm. Abgesehen von den optischen Komponenten entstand das Instrument im Eigenbau und wurde im Laufe der Zeit immer wieder modifiziert und verbessert. Auf der gleichen Montierung befindet sich ein weiterer Newtonreflektor mit 255 mm Spiegeldurchmesser und 1250 mm Brennweite für Weitwinkelaufnahmen. Ein achromatischer Refraktor (Linsenteleskop) mit 102 mm Objektivdurchmesser und 1000 mm Brennweite ist das dritte dauerhaft montierte Instrument. Er wird vor allem zur Nachführkontrolle verwendet. Bei Bedarf können auch andere Instrumente zusätzlich montiert werden.

Alle Instrumente sind auf eine ALT AD-7 Montierung gesetzt. Sie zählt zu den genauesten und belastungsfähigsten Montierungen, die im Amateurbereich zum Einsatz kommen. Sowohl Stunden- als auch Deklinationsachse werden über hochpräzise Schneckengetriebe (max. Rundlauffehler 0,006 mm). Die Nachführgenauigkeit liegt unter 1 Bogensekunde. Für die Bildaufnahme werden CCD-Kameras, speziell modifizierte Spiegelreflexkameras sowie Videokameras für planetare Beobachtungsziele, dazu diverse Okulare und Schmal- und Breitbandfilter verwendet. Mit dieser Ausrüstung ist es möglich, Aufnahmen wie die untenstehenden Abbildungen zu machen.

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