Vergangene Veranstaltungen

06.02.2018
Gravitationswellen - Hör mal, das Universum!
17.01.2018
Radioastronomie - Das Universum ruft CQ
10.11.2017
Geboren aus Sternenstaub
09.08.2017
Die Musik der Sphären
08.07.2017
Die visuelle Jupiterbeobachtung
10.06.2017
Radioastronomie auf der IdeenExpo
26.05.2017
Sommerliche Beobachtungen
19.04.2017
Einweihung des Dobson-Teleskops
25.03.2017
Astronomie-Tag
12.12.2016
"Sterne beobachten - aber wie?" - Einsteiger-Workshop im "Wiesengrund"
24.09.2016
Ran an die Sterne! - Der erste Beobachtungsabend
27.05.2016
Vortrag im Wiesengrund

Die visuelle Jupiterbeobachtung 08.07.2017

Wir laden Sie herzlich zum Vortrag "Die visuelle Jupiterbeobachtung und die zeichnerische Darstellung" am 8. Juli ein. Christian Harder, ein erfahrener visueller Beobachter aus Scheeßel, wird über die physikalischen Grundlagen zum Jupiter und seinen Monden berichten, auf die Möglichkeiten der visuellen Beobachtung eingehen, einige Zeichenmethoden erklären und schließlich Ergebnisse und Anregungen zur eigenen Auswertung geben. Der Vortrag richtet sich an interessierte Anfänger im visuellen Beobachten, Vorkenntnisse sind nicht notwendig. (Plakat)

Kurz und knapp:

  • Wo: "Wiesengrund" (Weesener Straße 17, 29320 Gemeinde Südheide (OT Weesen))
  • Wann: Sa., 8. Juli
  • Beginn: 19:00 Uhr
Interessierte Freunde und Bekannte dürfen wie immer gern mitgebracht werden, der Eintritt ist frei.

Jupiter, der größte Planet unseres Sonnensystems ist aus vielen Gründen interessant: Er hat über 60 Monde, einen Sturm der größer ist als die Erde und er kann bereits mit dem bloßen Auge leicht am Nachthimmel gefunden werden. Am 08. Juli konnten wir den erfahrenen Beobachter Christian Harder als Vortragenden im "Wiesengrund" begrüßen, der über den Planeten und seine Monde berichtete.

Das Publikum lauschte aufmerksam Christan Harders (links) Ausführungen

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Vorsitzenden Ronald Rambousky beschrieb Harder die Besonderheiten des Planeten, angefangen beim Großen Roten Fleck, über die charakteristischen Wolkenbänder bis hin zu den Monden. Dabei wies er auch auf Tücken beim Beobachten hin: Dunkle Bereiche können sog. "plumes" sein, die durch Einschläge entstehen - oder einfach nur die Schatten der vorbeiziehenden Monde.
Anschließend kam Harder zu seinem Lieblingsthema: Die zeichnerische Darstellung von Beobachtungen. Lebhaft und mit vielen Beispielen beschrieb er die möglichen Ergebnisse und Vorzüge.

Dabei legte er viel Wert auf den Unterschied zwischen künstlerischen Impressionen und wissenschaftlichen Beobachtungen. Da der Jupiter aufgrund seiner hohen Eigenrotation bereits in 10 h eine volle Umdrehung macht, benötigen letztere Vorbereitung und Sorgfalt, da sich der sichtbare Ausschnitt der Oberfläche schnell ändert. Arbeitet man genau genug, können aber z.B. die Bewegung des Roten Flecks im Gradnetz nachgewiesen oder ganze Karten des Jupiters erstellt werden. Er machte dabei auch Mut zu eigenen Versuchen: "Mit dem Kunstunterricht in der Schule hat das nichts zu tun, man muss sich da einfach rantasten.". Im Moment steht der Jupiter recht hoch, in den nächsten Jahren wird es aber schwieriger werden, gute Beobachtungen zu machen. Dennoch lohne es sich, den Jupiter immer mal wieder anzupeilen und sei es nur zu Übungszwecken.

"Die richtige Ausrüstung ist das Wichtigste", betonte er immer wieder. Das fängt bereits bei den Schabolen an, in die die Beobachtungen dann eingezeichnet werden: Da der Jupiter durch seine Eigenrotation leicht "abgeplattet" ist, genügt es nicht, einen einfachen Kreis zu zeichnen. Wer besonders genau sein möchte, kann die Beobachtungen noch mit einem Gradnetz vergleichen. Geeignete Vorlagen kann man über die Seite des VdS beziehen oder im Internet finden. Ansonsten sind gute Stifte, Wischer und Radiergummis genauso wichtig, wie viel Geduld und warme Kleidung. Wer die vier größten Monde des Jupiters beobachten möchte, ist auch bereits mit einem guten Fernglas (8- bis 10-fache Vergrößerung) gut bedient.

Zeichnerische Darstellungen des Jupiters hätten neben der leichten Auffindbarkeit des Jupiters und der geringen benötigen Vergrößerung auch den Vorteil, dass auch bei vergleichsweise schlechter Sicht noch gute Ergebnisse erzielt werden können. Anhand einiger Beispiele zeigte Harder auch, dass zunächst objektiver erscheinende CCD-Bilder auch nicht unbedingt genauer als Zeichnungen sein müssen: Durch die digitale Nachbearbeitung erhält man schnell Bildartefakte und Strukturen, die in echt nicht zu sehen sind.

Aus langjähriger Erfahrung als Teleskopbauer und "wandernder Beobachter" hatte Harder für das Publikum dann auch noch ein paar Tipps für den Bau eigener Teleskope: So reiche ein 8-Zoll-Spiegel für ein Dobson-Teleskop bereits sehr gut aus, um gute Ergebnisse zu erzielen. Auch einen Binokkularaufsatz für Beobachtungen mit beiden Augen konnte er nur wärmstens empfehlen.
Der Vortrag ging dann nahtlos in eine Fragerunde über. Zum Schluss bedankte sich der Vorsitzende bei Christian Harder noch mit einem Glas Heidehonig, bevor die Anwensenden den Abend dann noch gemütlich ausklingen ließen.

Insgesamt konnten wir 25 Zuhörer begrüßen

Literaturtipps:



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