Vergangene Veranstaltungen

01.06.2019
Norddeutsches Sternwartentreffen 2019
30.03.2019
Teleskope, Planeten und die Milchstraße im Zeitraffer - Astronomietag 2019
13.10.2018
Sternschnuppen über der Heide - Impressionen zum Beobachtungsabend in der Heide
28.09.2018
Astronomie für die Seele - Polarlichter-Vortrag von Utz Schmidtko
11.08.2018
Wünsch' dir was - Perseidenparty 2018
27.07.2018
Über 100 Besucher kamen zur Jahrhundertmondfinsternis
06.02.2018
Gravitationswellen - Hör mal, das Universum!
17.01.2018
Radioastronomie - Das Universum ruft CQ
10.11.2017
Geboren aus Sternenstaub
09.08.2017
Die Musik der Sphären
08.07.2017
Die visuelle Jupiterbeobachtung
10.06.2017
Radioastronomie auf der IdeenExpo
26.05.2017
Sommerliche Beobachtungen
19.04.2017
Einweihung des Dobson-Teleskops
25.03.2017
Astronomie-Tag
12.12.2016
"Sterne beobachten - aber wie?" - Einsteiger-Workshop im "Wiesengrund"
24.09.2016
Ran an die Sterne! - Der erste Beobachtungsabend
27.05.2016
Vortrag im Wiesengrund

Astronomie für die Seele - Polarlichter-Vortrag von Utz Schmidtko 28.09.2018

Der Referent Utz Schmitdko ist nicht nur Vorsitzender der Sternwarte St. Andreasberg e.V., sondern auch begeisterter Skandinavien-Reisender und Polarlichtfan. In seinem Vortrag wird er die physikalischen Hintergründe zu diesem faszinierenden Naturschauspiel beschreiben, zahlreiche Aufnahmen präsentieren und praktische Tipps für eigene Reisen und Beobachtungen geben. (Ankündigung)

  • Wann: Fr., 28. September
  • Beginn: 19:30 Uhr
  • Wo: "Wiesengrund" in Weesen (Weesener Straße 17, 29320 Gemeinde Südheide (OT Weesen))

Am 28.09. konnten wir Utz Schmidtko zu einem Vortrag begrüßen. Der Vorsitzende der Sternwarte St. Andreasberg im Harz ist begeisterter Skandinavien-Reisender und nach eigener Aussage bereits seit vielen Jahren "polarlichtsüchtig". In seinem Vortrag nahm er seine Zuhörer mit zahlreichen Bildern aus Norwegen und der Arktis mit auf eine Reise zu den Nordlichtern, die aus wissenschaftlicher Sicht interessant sind, aber auch zum Staunen und Träumen einladen - "Astronomie für die Seele" eben.

"Mein Reisegepäck besteht zu 20 % aus Kleidung und zu 80 % aus Technik." Wenig Kleidung genügt also für eine Tour in den hohen Norden, bei Außentemperaturen von bis zu -30 °C muss es allerdings auch die richtige sein. Der Vortragende verwendet Anzüge, die eigentlich für den Einsatz im Kühlhaus gedacht sind, es dann aber auch erlauben "auch die ganze Nacht gemütlich auf dem Eis zu liegen". Aber nicht nur der Mensch will vor der Kälte geschützt werden, auch die Kameras können einfrieren und der Schnappschussjagd schnell ein vorzeitiges Ende bereiten. Heizbänder stehen also auch auf der Packliste. Wenn dann alles beisammen ist, kann es losgehen.
Die beste Zeit für "Polarlichtjäger" ist von September bis März, später im Jahr ist es auch nachts noch zu hell, als dass die Nordlichter beobachtet werden könnten. Manche Webseiten bieten auch einen speziellen "Wetterbericht" an, auf denen man sich vorab informieren kann (s. unten). In der isländischen Hauptstadt Reykjavik werden nachts zeitweise sogar die Straßenlampen ausgeschaltet, damit die Polarlichter besser beobachtet werden können.

Einen guten Hinweis liefert auch der sog. KP-Index, eine Zahl zwischen 0 und 9, die ein Maß für die geomagnetische Aktivität ist. Kleine Werte bedeuten geringe Aktivität und eine geringe Chance auf Polarlichter, während schon bei Werten über 4 "der Himmel brennt".

Etwas Glück gehört natürlich auch dazu, denn bei Bewölkung können auch die hellsten Polarlichter nicht gesehen werden. Beides zusammen kann aber ein schönes Fotomotiv ergeben.
(Quelle: Utz Schmidtko)

Polarlichter sind aber nicht nur schön anzusehen, sondern auch ein Zeichen dafür, wie das Magnetfeld der Erde uns schützt: Der Sonnenwind, d.h. geladene Teilchen (kein Licht!) von der Sonne treffen auf das Magnetfeld, das unseren Heimatplaneten umgibt. Dort werden sie abgelenkt und wechselwirken in bestimmten Schichten mit den Molekülen der Atmosphäre, die dadurch zum Leuchten angeregt werden. Grünes Licht weist dabei auf Sauerstoff hin, violettes auf Stickstoff, das aber nur bei besonders starken Aktivitäten beobachtet werden kann (s. nebenstehendens Bild).
Polarlichter treten, wie der Name schon anzeigt, aufgrund der Form des Erdmagnetfelds zwar im Wesentlichen nur an den Polen auf, bei besonders starker Sonnenaktivität können sie aber auch in unseren Breitengraden beobachtet werden, dann meist als rötliches Leuchten.

Dieses Leuchten kann nicht nur sehr hell sein, sondern auch hoch dynamisch: Der Vortragende zeigte einen kleinen Film, nach dem die Zuschauer beeindruckt waren, wie schnell die Polarlichter sich am Himmel tatsächlich bewegen. Das ist beeindruckend zu beobachten, stellt Photographen aber auch vor eine Herausforderung. Der Tipp des Vortragenden ist es, eine Kamera zu verwenden, die das Einstellen eines hohen ISO-Wertes erlaubt (ca. ISO 30.000) und die Belichtungszeit entsprechend stark zu reduzieren (< 1 Sekunde).

Wer sich vom "Polarlichtfieber" hat anstecken lassen und nun Interesse daran hat, die Nordlichter einmal "in echt" zu sehen, kann Herrn Schmidtko auf eine seiner nächsten Reisen begleiten. Weitere Informationen dazu finden Sie hier. Soll das nächste Abenteuer nicht ganz so weit weg führen, lohnt sich auch ein Besuch der Sternwarte St. Andreasberg, die der Vortragende zu Beginn der Veranstaltung kurz vorstellte. Diese ist im Oberharz nicht nur günstig gelegen, sondern hat es sich auch zum Ziel gemacht, den Sternenhimmel Menschen vollständig barrierefrei auf verschiedenste Weisen mit einfachen Worten nahezubringen.

Weitere Informationen:



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